Ironmandistanz Challenge Roth 20.07.2014

Posted By Michael Holzner / Juli, 27, 2014 / 0 comments

Jetzt war es endlich soweit…

Mein erstes Highlight der diesjährigen Triathlonsaison stand mit der Challenge Roth auf dem Programm.

Meine Vorbereitungswettkämpfe bis dahin sind gut verlaufen und ich habe mit den erreichten Ergebnissen festgestellt, dass mein Trainingsplan so fruchtet, wie ich es mir vorgestellt habe. Dazu kam noch, dass ich gesund geblieben bin und somit keine unerwarteten Trainingsausfälle in Kauf nehmen musste!

 

Die Nächte vor dem Rennen habe ich perfekt geschlafen und stand somit ausgeschlafen und erholt am 20.07.14 um 06:30 Uhr in der Früh im Wasser des Main-Donau-Kanals. Am Tag zuvor kam etwas Nervosität bei mir auf, als ich mein Fahrrad in der  Wechselzone parken musste. Jetzt im Wasser spürte ich wieder dieses Kribbeln. “Bin ich froh, wenn endlich der Startschuss fällt!” “Noch eine Minute bis zum Start!” Tönte der Stadionsprecher aus den Lautsprechern. Die ca. 50.000 Zuschauer, die schon so früh auf den Beinen waren, jubelten, schrien und trieben das Adrenalin bei den Athleten noch höher! Die Stimmung am Kanal bei aufgehender Sonne könnte besser nicht sein! Die Temperaturen an diesem extrem heißen Tag lagen zu dieser Uhrzeit bereits bei 23 ° C. Und was für eine Entladung als der Pistolenschuss endlich fiel…

 

Das wird ein langer Tag, denn es sind folgende Strecken zu bewältigen:

3,8 Kilometer Schwimmen

180 Kilometer Fahrradfahren

42,2 Kilometer Laufen!

 

In Roth wird im Main-Donau-Kanal geschwommen, was die Orientierung bei der Auftaktdisziplin etwas vereinfacht. Außerdem werden Startpakete auf die Reise geschickt und es findet kein Massenstart der 5.000 Teilnehmer statt. Somit ist die “Klopperei” zu Beginn geringer.

Aus diesem Grund bin ich gut gestartet und konnte nahe am Ufer des Flusses, ruhig und beinahe alleine für mich die Schwimmstrecke bewältigen. Nach 1,9 Kilometern kam der Wendepunkt um eine Boje und es ging die gleiche Strecke wieder zur Wechselzone zurück. Die Uhr blieb für mich nach den 3,8 Kilometern Schwimmstrecke bei 01:05:10 Stunden stehen. Für den Wechsel aus dem Wasser auf mein Fahrrad verstrichen 02:37 Minuten.

 

Jetzt kann der Wettkampf beginnen, denn mit dem Fahrradfahren stand als zweites meine Stärke auf dem Plan. Die 180 Radkilometer teilen sich auf einen zwei Rundenkurs auf.

 

Das Wetter wurde zunehmends heißer und die Sonne brannte erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel. Die Temperaturen sind nach der ersten Schleife bereits bei 33 ° C angekommen. In der zweiten Radrunde bekam ich ab Kilometer 110 Krämpfe in meinen Oberschenkelvorderseiten. Teilweise musste ich meine aerodynamische Position auf meiner Zeitfahrmaschine verlassen, damit meine Oberschenkel nicht “zumachen”. Natürlich ging es mir nicht alleine so. An jeder Versorgungsstelle konnte man Radfahrer am Ende ihrer Kräfte beobachten. Allerdings die unzähligen Zuschauer in den verschiedenen Stimmungsnestern entlang der Radstrecke, die unermüdlich jeden einzelnen Athleten anfeuerten, ließen immer wieder die Schmerzen vergessen. Besonderes Highlight ist der “Solarer Berg” auf der Radstrecke. Hier herrscht Tour de France Feeling, da die Menschenmenge dicht gedrängt in der Straße steht und erst wenn die Radler kommen, eine Schneise zum Durchfahren öffnet. Absolutes Gänsehautgefühl!! :)

Aufgrund der Umstände habe ich meine Taktik verändert und versuchte so gut als möglich noch ins Radziel zu kommen, in der Hoffnung, dass beim Laufen meine Oberschenkelvorderseiten wieder etwas Entspannung erfahren, da die Laufbewegung verstärkt aus den Oberschenkelrückseiten und Waden erfolgt.

Somit kam ich mit 05:03:13 Stunden nach 180 Kilometern ins Radziel. Für den anstehenden Wechsel in meine Laufschuhe verstrichen 02:19 Minuten.

 

Jetzt hieß es “Zähne zusammenbeißen” und den Marathon in Angriff nehmen.

Die ersten Laufkilometer verliefen wie auf rohen Eiern. Aber auch hier waren unglaublich motivierte Zuschauer auf der gesamte Laufstrecke, die einen, sobald man mental einen Durchhänger hatte, so anfeuerten, dass man gar nicht anders konnte als zu Laufen! Ab Kilometer 4 kam man entlang des Main-Donau-Kanals. Die pralle Sonne wirkte auf die Athleten ein. Zum Glück gab es alle zwei Kilometer Versorgungsstationen mit Getränken, Riegel, Gels und das wichtigste, eiskalte Schwämme, die einen Erfrischung brachten. Im Prinzip setzte ich mir kleine Zwischenziele von Versorgungsstation zu Versorgungsstation, um mental nicht daran zu denken, wie weit die Laufstrecke noch ist. So verstrichen Kilometer um Kilometer und ich konnte mein Lauftempo sogar die letzten fünf Kilometer noch ein bisschen erhöhen. Die letzten 3.000 Meter gingen um den Stadtplatz von Roth und endeten beim Zieleinlauf auf dem Bundesgartenschaugelände. Die Glücksgefühle die sich nach Beendigung der Anstrengung einstellten waren phänomenal und entschädigten alle Entbehrungen der letzten Monate zur Vorbereitung auf dieses Event!

Zuletzt endeten die 42,2 Kilometer per pedes in 03:41:48 Stunden.

 

Somit stand eine Gesamtzeit von 09:55:07 Stunden zu Buche. Mein Hauptziel eine 9 vorne stehen zu haben hat also funktioniert (wenn auch knapp)! ;) Ich bin stolz, mich trotz des kleinen Einbruchs beim Radsplit durchgebissen zu haben. Zumal bei diesem Wettkampf die Quote der nicht Finisher mit 505 Teilnehmern so hoch wie noch nie zuvor war.

 

 

Wie bereits vorher erwähnt war dies mein erstes Saisonhighlight. Am 31.08.14 steht noch der Half Ironman in Zell am See in meinem Wettkampfkalender! Jetzt habe ich somit noch acht Wochen Vorbereitungszeit auf mein zweites Highlight. Ich freue mich jetzt schon wieder sehr darauf! Ich denke das ist das beste Zeichen! Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf… :)

 

Last but not least möchte ich mich ganz herzlich bei Hans-Joachim Bittner für sein tolles Bild, das er mir für diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat, bedanken!